Münsterlandgiro 2016

1. Platz in der Teamwertung zum Saisonabschluss. Besser gehts nicht.

Zum Saisonabschluss haben wir uns in 2016 den Sparkassen Münsterland Giro gesetzt. Mit einem sehr gut, wenn auch nicht in Bestbesetzung, haben wir das letzte Rennen der Saison in Angriff genommen. Da wir uns für die 110km Strecke entschieden haben, war klar, dass wir den üblichen Teams wie Merkur Druck, Strassacker etc. aus dem Weg gehen würden. Dennoch hatten sich mit dem Team Canyon, Deutsche Kinderkrebsstiftung Haberich Cycling und weiteren starken Teams doch ein paar sehr sehr gute Fahrer für das 110 km Rennen gemeldet.

Die Teambesprechung ergab, dass wir alles versuchen um als Team auf das Podium zu fahren und wenn wir Glück haben noch Patrick weit vorne zu platzieren.

Für mich war die Strecke bis dahin unbekannt. Anders als man es vorher erwartet hätte wusste ich allerdings, dass die Strecke für Münsterlandverhältnisse ein paar fiese Steigungen zu bieten hatte. Doch die machten mir nicht sonderlich viel Angst, da ich wusste, dass ich da meine Stärken habe. Doch wenn man eine Strecke nur vom Papier kennt, dann bin ich doch etwas nervöser, als ich das so schon bin. Ein großer Pluspunkt ist, dass ich zum Saisonende meine Form meist noch etwas steigern kann und ich setzte auch bei Münsterland Giro auf ein Formhoch ;).

Bei nassem Wetter und rutschiger Fahrbahn ging es in Münster auf die Strecke. Das Feld war unruhig, wie fast immer, dennoch war das Tempo nicht ganz so hoch, wie ich das erwartet hatte. Zunächst ging es flach aus Münster raus. Nach ca. 30 km wartete der Baumberg auf uns. Ein ziemlich schmaler Weg, schon keine Straße mehr, führt hier durch den Wald hoch auf ein Feld. Mit einer Gruppe von mehreren hundert Fahrern wird es da ziemlich eng. Der ein oder andere musste auch auf den unbefestigten Rand ausweichen und verlor dadurch wertvolle Plätze. Am Ende des Berges setzte sich eine Spitzengruppe mit ca. 30 Fahrern vom Hauptfeld ab. Darunter einige Fahrer vom Team Canyon. Die Scuderia war noch mit fünf Fahrern vertreten, was uns eine gute Ausgangslage bot. Das Tempo wurde hochgehalten und so konnten wir uns weiter vom Hauptfeld lösen. Immer wieder fielen Fahrer aus dem Feld hinten raus. Auf der anderen Seite gab es immer wieder Ausreißversuche und ich sah mich in der Pflicht diese zu unterbinden. Irgendwann, als ich gerade ganz hinten im Feld fuhr, schafften es dann aber doch zwei Fahrer. Die Beiden fuhren auch einen ganz ordentlichen Vorsprung heraus, den wir am Ende nicht mehr zufahren konnten. Wir konzentrierten uns schon früh darauf, dass Patrick nicht allzu viel arbeiten musste, denn er war unser stärkster Sprinter um Platz drei.

Als es so langsam in Richtung Münster ging, wurde das Tempo auch wieder etwas verringert und alle sammelten noch einmal Kraft für den Abschluss. Zum Glück hatte Jonas noch ein Gel für mich übrig, sonst hätte ich wohl gar keine Kraft mehr gehabt. Immer wieder anzufahren und Ausreißer zu stellen hatte Energie gekostet. Ich hängt mich jetzt nur noch hinten ran und schwamm mit in Richtung Stadtzentrum.

Doch ich wusste, dass wir nicht nur Patrick unterstützen mussten, sondern wir, neben dem Canyon Team, die Möglichkeit bekamen um den Sieg in der Teamwertung zu fahren. Es waren nur noch wenige Kilometer und das Tempo wurde enorm hoch. Ich versuchte den Anschluss zu halten, während die Jungs vorn um die Plätze kämpften. Nur noch wenige hundert Meter. Meine Beine brannten wie verrückt und ich sah nur noch drei Canyon Fahrer vor mir. Ich haute noch einmal alles raus, holte die drei ein und landete hinter meinem Teamkollegen Maciej (Platz 13) auf Platz 15. Doch das Wichtigste war, dass wir beide vor den Canyon Jungs landeten, die sich wohl nicht bewusst gewesen sind, dass sie auf den letzten Metern besser noch einmal alles rausgehauen hätten. Dadurch und durch die starke Leistung von Patrick (Platz 5) und Jonas (Platz8), schafften wir nach gut 2,5 Stunden und einem Schnitt von knapp 42km/h die Sensation und holten den Sieg in der Teamwertung beim Münsterland Giro.

Hier die Ergebnisse der ersten 20 Plätze und ein Zusammenschnitt vom Rennen:

1 1 5778 » Aben, Daniel Master 1 RRG Kleverland e.V. 42.04 02:35:46 02:35:23
2 1 5467 » Lindemann, Lars Master 2 Focus RAPIRO Racing 41.93 02:35:47 02:35:46
3 2 5431 » Höflich, Maximilian Master 1 CANYON RAD PACK 41.64 02:37:10 02:36:50
4 2 5080 » Gebauer, Robert Master 2 Team Deutsche Kinderkrebs... 41.57 02:37:11 02:37:06
5 1 5381 » Rumpf, Patrick Männer Scuderia Südstadt 41.60 02:37:11 02:37:01
6 2 5368 » Pannier, Phil Männer ROSE Team Münsterland Fri... 41.55 02:37:11 02:37:11
7 3 5288 » Oshadnik, Jan Master 1 Team gebioMized 41.63 02:37:11 02:36:53
8 3 5627 » Schumacher, Jonas Männer Scuderia Südstadt 41.60 02:37:12 02:37:01
9 4 9172 » Beversdorff, Malte Master 1 Team Granfondo - Cycling ... 41.60 02:37:12 02:37:01
10 5 5095 » Rumpel, Florian Master 1 Team Deutsche Kinderkrebs... 41.56 02:37:12 02:37:09
11 3 5196 » Wettmann, David Christian Master 2   41.55 02:37:12 02:37:12
12 6 5546 » Klung, Gabor Master 1 RRG Kleverland e.V. 41.60 02:37:13 02:37:01
13 7 5210 » Puzon, Maciej Master 1 Scuderia Südstadt 41.57 02:37:13 02:37:08
14 8 5188 » Reichardt, Jens Master 1 haberich cycling crew Att... 41.55 02:37:13 02:37:11
15 4 5208 » Schichler, Joscha Männer Scuderia Südstadt 41.56 02:37:14 02:37:09
16 9 5530 » Ferner, Fritz Master 1 CANYON RAD PACK 41.63 02:37:14 02:36:53
17 5 5560 » Herr, Simon Männer CANYON RAD PACK 41.63 02:37:15 02:36:54
18 10 5551 » Schnabel, Benjamin Master 1 CANYON RAD PACK 41.63 02:37:15 02:36:54
19 4 5562 » Schmunk, Eugen Master 2 Bike-Team Baumberge 1 41.49 02:37:27 02:37:26
20 5 5257 » Müller, Dirk Master 2 radrooTEAM 40.55 02:41:35 02:41:04